Wie wir wurden, was wir sind

Als diakonisches Unternehmen suchen wir nach Lösungen für gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen. Das ist nicht erst heute so.

Bereits die Gründung des „Protestantisch-evangelisch-christlichen Unterstützungsverein“ durch den Pirmasenser Dekan Rinck im Jahr 1853 war eine Antwort auf die soziale Not, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Stadt allgegenwärtig war. Die Vereinsgründer verfolgten das Ziel, arme, in Not geratene Kinder durch Essens- und Kleidungsspenden zu unterstützen.

Nach dreijährigem Bestehen des Vereins  bot eine Immobilienschenkung der Stadt Pirmasens die passende Gelegenheit, notleidende und verlassene Kinder nicht nur punktuell, sondern kontinuierlich zu betreuen. Das „Protestantische Waisenhaus“ wurde von Dekan Georg Wagner, dem Nachfolger Rincks, gegründet.

Die Gründung der „Altenhilfe“ unter dem Dach des Waisenhauses 

Analog ist auch die Gründung unseres Bereichs „Wohnen und Pflege“ als Antwort auf einen gesellschaftlichen Bedarf zu verstehen.  Nach der Schließung des städtischen Pfründehauses im Jahr 1934, in dem bis dahin die Pflegebedürftigen versorgt wurden, beschloss der damalige Vorstand gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung, eine Altenhilfe unter der Leitung des Protestantischen Waisenhauses zu gründen. Das erste Pirmasenser Pflegeheim wurde damit ins Leben gerufen. Wie groß der Bedarf für ein Pflegeheim in Pirmasens war, zeigt ein Blick auf die Belegungsentwicklung. Binnen weniger Wochen war die Einrichtung, unser heutiges Haus Bethanien, voll belegt. Hieran hat sich bis heute nichts geändert.

Leben teilen – bis zuletzt

Analog zu den Herausforderungen in der Altenhilfe in den 1930er Jahren suchten wir zum Beginn des neuen Jahrtausends nach Lösungen, die palliative Versorgung in der Region zu verbessern.  Mit Erfolg.

Mit Haus Magdalena haben wir 2009 das erste stationäre Hospiz der Westpfalz eröffnet. Ein mutiger Schritt – vor allem unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Hospizarbeit bis heute nicht voll ausfinanziert ist. Fünf Prozent aller Aufwendungen müssen durch Spenden und eigene Mittel gedeckt werden. Trotz aller widrigen finanziellen Umstände waren und sind wir jedoch der Überzeugung, dass ein Hospiz in Pirmasens gebraucht wird. Und auch hier bestätigt uns der ungebrochene Bedarf an pallitivpflegerischer Unterstützung. Haus Magdalena ist mit seinen sechs Betten durchgängig voll belegt. Allein im vergangenen Jahr mussten wir ca. 150 Anfragen aus Kapazitätsgründen absagen.

Neue Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme

In unserer bewegten Geschichte bleibt die konzeptionelle Weiterentwicklung der Bereiche ein wesentlicher Bestandteil unseres an der Bibel orientierten diakonischen Handelns.  Wir sind davon überzeugt, dass es auch in Zukunft neue Betreuungsformen für eine immer älter und agiler werdende Bevölkerung braucht. Gesellschaftliche Kräfte müssen geweckt, soziale ehrenamtliche Einsätze gefördert und gefordert werden. Funktionierende Netzwerke müssen aufgebaut werden - nur so sind die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Gerne leisten wir hierzu unseren Beitrag.  

Quelle: Stöcker, Jens (Hs.): 150 Jahre DiakonieZentrum Pirmasens. „… und somit, wo möglich, die Quelle des Übels zu verstopfen.“ Annweiler: Plöger. ISBN: 3-89857-177-7