Freizeit- und Erlebnispädagogik

Mit der Verpflichtung eines sehr erfahrenen Erlebnispädagogen ist die Erlebnispädagogik ein fester Bestandteil unseres Angebotes geworden.  Kinder und Jugendliche fördern und fordern ist dabei unsere Grundhaltung.

Erlebnispädagogik hilft die eigene Identität zu entdecken, denn sie fordert die Kinder und Jugendlichen heraus, sich auf die Suche und die Überwindung ihrer Grenzen zu begeben.  Jeder Teilnehmer entscheidet dabei selbst, wo die persönlichen Grenzen  liegen und übernimmt dadurch Verantwortung für sein Tun.

Und so kann es manchmal sogar wertvoller sein, wenn Kinder und Jugendliche  lernen "Nein" zu sagen, als stets unter dem Zwang zu stehen, alle Aufgaben erfüllen zu müssen.

Angebotsschwerpunkte: 
• Regelmäßige Sportangebote für alle Jugendliche (Tischtennis, Fußball, Schwimmen, Badminton, Bogenschießen)
• Gruppenübergreifende Wochenendaktivitäten wie z. B. Klettern, Höhlenerkundungen mit Übernachtung, Kletter-AG, Wintercamping mit Igluübernachtung
• Teamanleitung

Erlebnispädagogik und was sie bewirkt

Definitionsversuche für den Begriff „Erlebnispädagogik“ gibt es sehr viele. Ohne Zweifel ist es ein etwas unglücklicher Begriff, denn es geht nicht nur um tiefe prägende Erlebnisse, sondern um schlicht die Ziele jeder pädagogischen Erziehung. Es geht um Lernen, Bildung, Training, Beziehungsaufbau, Betreuung und Begleitung. Andere Versuche, eine der erfolgreichsten Methoden der pädagogischen Praxis unserer Tage zu benennen, sind eher unzureichend. Handlungsorientiertes Lernen oder Erfahrungslernen sind zu allgemein. Abenteuerpädagogik führt auf falsche Wege, also doch Erlebnispädagogik. In dem Buch „Erleben und Lernen“ (Heckmeir/Michel 1989) notieren die Autoren folgenden Definitionsversuch:

Erlebnispädagogik ist eine handlungsorientierte Methode und will durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten.

In der Erlebnispädagogik, kommt neben der Natursportart als Medium gerade der Gruppe als Lernfeld große Bedeutung zu. Es werden einerseits individuelle Persönlichkeitsmerkmale aufgebaut, darunter fallen Entwicklung von Eigeninitiative, Spontaneität, Kreativität, Entdeckung von verborgenen Fähigkeiten und Stärken, Aufbau von Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und ökologischem Bewusstsein.

Andererseits wird durch die Gruppe gerade das soziale Lernen gefördert und die soziale Kompetenz gestärkt. Erlebnispädagogik hilft die eigene Identität zu entdecken, sie muss die Kinder und Jugendlichen herausfordern, sich auf die Suche und die Überwindung ihrer Grenzen zu begeben. Sie ermutigt zur Entdeckung der Welt, der Menschen, der Natur. Ein Erlebnis ist unmittelbar, macht einen betroffen, jeder kennt Erlebnisse von denen man noch nach Jahren spricht. Erlebnisse sind also auf Dauer prägend und lassen sich am ehesten mit dem Begriff des Abenteuers veranschaulichen. Lateinisch adventura „das auf uns zukommende“.

Bei der Erlebnispädagogik ist jeder Teilnehmer ist für seinen Lernerfolg selbst verantwortlich und bestimmt den Grad seiner persönlichen Herausforderung. Wird dem Teilnehmer die eigene Entscheidungsfähigkeit genommen, wird auch schnell die Verantwortung für Erfolg oder Misserfolg auf die Person übertragen, die die Teilnahme veranlasst hat. Auch kann es für Personen wertvoller sein, wenn sie lernen Nein zu sagen, als stets unter dem Zwang zu stehen alle Aufgaben erfüllen zu müssen.

Einzelne Erlebnisräume müssen ein kontinuierliches Angebot darstellen. Dabei kann man davon ausgehen, dass Grenzen des Erlebens nie in einer Maßnahme oder Aktion liegen, sondern immer nur im erlebenden Menschen. Knotenknüpfen langweilig zu finden liegt nicht im Knoten, Wandern öde zu finden nicht im Wandern. Umgekehrt liegt der „Kick“ nicht im Abseilen oder Klettern. Es ist wichtig das Erleben offen zu halten, in dem Wissen, dass es im Kern immer neu, überraschend und erstaunlich ist. Damit lösen wir uns von der Annahme, Erlebnisse würden durch Äußerlichkeiten
bestimmt. Die äußere Situation mag ein Hilfsmittel sein, um bestimmt Erlebnisse zu erreichen /z.B. die Erfahrung von Angst, die Erfahrung von Ausweglosigkeit, die Erfahrung von Verbindung und Getragenheit). Das Ziel ist es unsere Kinder und Jugendlichen da abzuholen, wo sie stehen, sie zu fordern aber nicht zu überfordern, ihnen positive Erlebnisse zu vermitteln indem sie Grenzen überwinden und sich selbst und andere völlig neu kennen lernen. Viele Jahre waren oft misserfolgsgeprägt, diesen Kreislauf zu unterbrechen, aufzureißen und neue Perspektiven zu eröffnen liegt im Wesen des Erlebens.

Grundsätzlich muss noch einmal deutlich gemacht werden, dass es auf keinen Fall darum geht Kinder und Jugendliche wahllos in  Grenzsituationen zu stoßen oder zu erwarten, dass sie mit diesen zu Recht kommen. Durch das Überdenken und Nacharbeiten in der Reflexion werden aus diffusen Gefühlen und Einstellungen klare Überzeugungen, Die inneren Bilder können so schärfer, deutlicher und bewusster werden. So können Erfahrungen klarer nach außen kommen, verändernd wirken und in den Alltag und andere Lebensbereiche übertragen werden.