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Mallorca-Reise der Tagespflegegruppe für Demenzkranke vom 10.03. bis 17.03.2011

13.04.11

Urlaub in Mallorca - Neues aus dem Diakonie-Zentrum Pirmasens?

Die Leiterin der Tagespflege für Alzheimer- und Demenzkranke des Diakoniezentrums Pirmasens, Frau Bärbel Steinbacher (Altenpflegerin und Gerontotherapeutin), hatte eine Idee: den Gästen der Tagespflege und ihren Angehörigen eine Urlaubswoche in Cala Millor, Hotel Playa Marins anzubieten. Diese Idee in die Tat umzusetzen, ist keine Selbstverständlichkeit und nur mit großem Engagement zu ermöglichen. Sie suchte sich MitstreiterInnen, die wie sie überzeugt waren, es lohne sich, das Neuland zu betreten. So wurde die Reise innerhalb eines Jahres geplant und vorbereitet.

Als Kooperationspartner wurde das Deutsche Rote Kreuz gewonnen. Die Organisation führt schon seit ca. 16 Jahren betreute Seniorenreisen durch. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Reisebüro Schmid in Zweibrücken.

Auch für das DRK war die Reise mit an Demenz erkrankten Menschen zu planen und durchzuführen eine neue Aufgabe. Die Mitarbeiter des DZPS haben schon mehrere Urlaubswochen mit BewohnerInnen durchgeführt. Die neue Herausforderung ergab sich indes aus der weiten Entfernung, dass es ins Ausland gehen sollte und die Reise mit dem Flugzeug stattfinden sollte.

Vor der Reise wurden zusammen mit den MitarbeiterInnen des Deutschen Roten Kreuzes in Besprechungen die Wünsche, Erwartungen und Anforderungen der Teilnehmenden erörtert. Es gab zwei Informationsabende für die Angehörigen, für jede/n einzelne/n Teilnehmer/in sorgfältige Besprechungen mit dem betreuenden Neurologen sowie mit den betreffenden Hausärzten.

An der Reise nahmen 3 Ehepaare, sechs Einzelreisende, mit unterschiedlichen Betreuungs- und Pflegebedürfnissen, sowie vier Betreuerinnen teil.
Jede/r Teilnehmer/in hatte sein Medikamentenblatt mit Bedarfsmedikation und seinen Medikamentenvorrat mitzubringen. Frau Steinbacher stellte auch eine Notfallapotheke zusammen.

Das Deutsche Rote Kreuz übernahm die Transfers zum Flughafen und zurück. Ebenso die Planung und Absprache auf den Flughäfen zum Check - in mit vorzeitiger Gepäckannahme, behindertengerechtem Transport in die Flugzeuge und Bustransfer zum Hotel.

Die ReiseteilnehmerInnen finanzierten ihre Reise selbst. (650 Euro inkl. Flug und Halbpension).

Trotz gewisser Herausforderungen, wie Rollstühle, Rollatoren u. dgl., verlief die gesamte Hin-Reise erfreulich reibungslos. Mitgebrachte Getränke und zusätzliche Nahrung - Sandwiches, Obst - hielten die Lebensgeister aller von morgens 9h bis nachmittags 17:15h erstaunlich wach. Trotz leichter Erschöpfung nach dem ungewohnt langen Tag hielten die zum Teil pflegebedürftigen Gäste wunderbar ruhig durch! Niemand bekam Kreislaufprobleme oder Reisekrankheit. Dafür waren alle sehr dankbar.

Die Verteilung der Zimmer, Auspacken der Koffer gingen schnell und reibungslos vor sich und alle konnten sich vor dem Abendessen gegen 18.30 Uhr noch ausruhen und erfrischen. In den Zimmern wurden alle mit einer Flasche Wein und frischen mallorquinischen Orangen begrüßt.

Dann der erste Auftritt im großen Speisesaal. Die Gruppe bekam drei schöne runde Tische in einer relativ ruhigen Ecke, nicht allzu weit entfernt vom Büfett.
Das Büfett wurde als echte Sensation wahrgenommen! Das bekommt man ja nicht alle Tage geboten: Zwei verschiedene Suppen mit Brot, diverse Salate und Gemüse, verschiedene Fleischsorten (Spanferkel, Krautwickel, Geflügel und Fisch), Pastabüfett, Soßenbüfett, Kartoffeln in unterschiedlicher Zubereitung, Eisbüfett und Dessertbüfett, Frisches Obst.

Die Betreuerin des DRK erwies sich zur Freude Aller nachgerade als Künstlerin beim Gestalten der Dessert-Teller!

Nachdem alle entsprechend ihrer Bedürfnisse versorgt waren, verlief auch die Nacht erstaunlich ruhig und problemfrei.

Das Frühstücksbüffet am nächsten Morgen entlockte den Ausruf: ‚Wie im Schlaraffenland!’

Die Tagesgestaltung der dann folgenden Tage ergab sich aus der Befindlichkeit aller Teilnehmenden einerseits, dem Wetter und den durchaus unterschiedlichen Bedürfnissen und Interessen Aller andererseits. So wechselten sich Ruhephasen, Spaziergänge am Meer und im Ort mit Einkäufen, Entdeckungen weiterer mallorquinischer Spezialitäten ab mit Cafébesuchen, Picknick im Freien, Andachten und Gesprächen, Tanz, Singen und Lesen im kleinen Kreis, und nicht zuletzt der Teilnahme an den geselligen Angeboten des Hotels am Abend.

Insbesondere die Tischgespräche und Begegnungen untereinander enthüllten die große Lust und die Fähigkeit Aller an sozialem Miteinander – Lebendigkeit, Witz, Schlagfertigkeit, Aufmerksamkeit füreinander. Alle Begegnungen zeigten das Bedürfnis nach wirklicher zwischenmenschlicher Nähe bei aller Verletzlichkeit und Verletztheit, die das Leben prägen.

Auch die Rückreise verlief erfreulich problemlos. Es war für alle eine gute, intensive Woche. Raus aus dem Alltagstrott, Sonne und Wärme genießen, fröhliche Menschen erleben, an guten Gesprächen teilhaben, Aus- und Entspannen.

„Diese Reise war die beste Medizin“ nicht nur für den Menschen, der dies abschließend sagte, sondern für Alle. Das Wagnis des Neuen hat sich gelohnt.

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