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Das Diakoniezentrum Pirmasens feiert am Sonntag, 22. Mai 2011 um 10:30 Uhr einen Gottesdienst im Parkgelände des Hauses Bethanien

22.05.11

Norbert Becker gestaltet den Gottesdienst in Gemeinschaft mit dem Netzwerk Demenz und weiteren Engagierten aus dem kirchlichen und sozialen Bereich. Er trägt den Titel „...auffahren mit Flügeln wie Adler.“ Das Motto dient dazu denjenigen, die an Alzheimer- oder Demenz erkrankt sind und deren Angehörigen an diesem Morgen Hoffnung zu verleihen. Die musikalische Untermalung übernimmt der Posaunenchor Winzeln, das Grußwort des Netzwerkes Demenz spricht Frau Edda Mertz, die Leiterin der Alzheimer-Selbsthilfegruppe der Stadt Pirmasens. Der Gottesdienst im Freien ist Bestandteil der Feierlichkeiten des 10-jährigen Bestehens der Tagespflege für Alzheimer- und Demenzkranke im Haus Bethanien. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es einen gemeinsamen Mittagsimbiss aus der Küche des Hauses Bethanien, der aufgrund einbrechenden Schlechtwetters spontan in der Kapelle angeboten wird.

Auszug aus der Predigt von Pfarrer Norbert Becker

Pfarrer Norbert Becker spricht in seiner Predigt sehr anschaulich über das Thema der Demenz. Er greift noch einmal die Reise der Tagespflegegruppe nach Mallorca auf und beschreibt:“ Diese Reise war etwas Besonderes….Diese Reise ist mehr. Sie ist ein Zeichen. Wo sonst die Zeichen alle auf Abbruch der Vergangenheit, auf Vergessen, auf Enge und Angst, auf Perspektivlosigkeit und Ungewissheit stehen, malt diese Reise ein anderes Bild vor unseren Augen: Das Bild von Aufbruch, von Leichtwerden, von Abheben, von Weite und Lebensfreude. Das Bild von Zukunft trotz durchkreuzter Pläne, trotz Einschränkung, trotz Krankheit. Das Bild „..auffahren mit Flügeln wie Adler.“…..das Auffahren, wie wir es von Adlern kennen, ist eine Bewegung zur Zukunft hin. Wer nicht müde und matt wird, ergibt sich nicht der Zukunftslosigkeit.“
Auch zitiert er den Autor Thomas Vasek:“ Uns alle eint unser emotionales Erleben, das soziale Bedürfnis, die Suche nach Sinn. Was uns trennt, sind unsere unterschiedlichen kognitiven Defizite. In den allerletzten Phasen der Krankheit kann es sein, das wir bei einem dementen Menschen nichts Kognitives mehr finden, kaum noch Emotionen oder einen Ausdruck von selbst. Aber wir dürfen nicht aufhören danach zu suchen.“ Norbert Becker rundet ab:“ Suchen und dann…Und dann fliegen wir auf mit Flügeln wie Adler – ja wirklich. Denn das ist möglich, wenn wir uns nicht allein lassen – gerade in schwierigen Zeiten nicht allein.“ Und am Ende schließt er ein weiteres Zitat von dem italienischen Autor Luciano Crescenzo an: “Wir sind die Engel mit nur einem Flügel. Um fliegen zu können, müssen wir uns umarmen.“, AMEN.“

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